Januar 10


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Don´t stop me now – diese Liedzeile von Queen habe ich einfach mit einem deutschen Wort zusammengefasst. Es hätte genauso gut weitermachen oder dranbleiben heißen können. Denn ich kenne es von mir selber: Wie oft war ich kurz vorm Aufgeben; wie oft denke ich, ich packe das nicht; wie oft ziehe ich mich in mein Schneckenhaus zurück und findet die ganze Welt Sch…? Weiter – Don´t stop me now… 

Und dieses Wort wird für mich in diesem Jahr der fast tägliche A….tritt aufgrund eines unkooperativen Gatten und einer 85 jährigen, hilfebedürftigen Mutter sein.

Weiter – das bedeutet für mich persönlich auch, nicht bei jeder Schwierigkeit den Kopf in den Sand zu stecken. Denn weiter bringt das nicht. Dann sollte ich lieber raus an die frische Luft und nachdenken. Zum Glück wohne ich in einer Kleinstadt, und der Weg ist weder zur Stadtmitte noch in den Wald weit.

Krasses Beispiel für “Weiter!”

Vor vielen, vielen Jahren war ich Mitglied in einem Chor, der Konzerte unter anderem in Luzern gab. Es war Sommer und es war sehr warm. Was macht man an einem freien Nachmittag? Komm, wir schwimmen mal quer über den See! Hin war das völlig spaßig. Wir blieben einige Zeit am anderen Ufer. Dann ging es irgendwann zurück, schwimmend natürlich, denn der Fußweg um den Ausläufer des Sees hätte viel zu lange gedauert. Nach einem Drittel der Strecke zog ein Gewitter auf. Also Schwimmtempo rauf. Nach der halben Strecke rief der letzte der Gruppe auf einmal: “Ich habe einen Krampf!” Einige ließen sich zurückfallen, um hinter ihm zu bleiben, die schnellsten Schwimmer kraulten sich zum Ufer vor, der Rest blieb vor der Gruppe. Da fiel das Wort “Weiter!” nicht gerade selten. Wir hatten Glück. Das Gewitter ließ sich Zeit, der Krampf ließ nach, und wir schafften es mit den ersten Regentropfen zum Steg, wo wir schon erwartet wurden. Was ich mit dieser Geschichte sagen will: “Wer kämpft, kann gewinnen, wer nicht kämpft, hat schon verloren” (Zitat, angeblich von Berthold Brecht). Also: Weiter!

Das soll “Weiter!” nicht bedeuten

Was ich keinesfalls meine, ist das jetzt so aktuelle “Höher, schneller, weiter”. Mir geht es bei diesem Wort nur darum, niemals aufzugeben, sondern weiter zu machen. Man kann dabei auf den Holzweg geraten, doch auch von dem gibt es eine Umkehr. Auch das ist “Weiter”, nur dann in die richtige Richtung. 

“Weiter!” mit der Bildung

“Weiter” kann es auch in jedem Alter mit der Bildung gehen. Viele Menschen habe ich kennengelernt, die mit Auszug der Kinder, aber spätestens mit Renteneintritt ihr Leben als abgeschlossen betrachteten und sich kaum noch für ihre Umwelt interessierten. Fernsehserien ja, Zeitung nein, Radio nein, bestenfalls Tagesschau oder heute. Ohne “Weiter” geraten diese Menschen doch in eine Falle. Gerade in dieser verkorksten Corona-Zeit sind sie auf einmal angewiesen auf verfügbare Nachkommen, die ihnen die sich schnell ändernde Welt erklären können. Das ist ein Punkt, an dem ich nicht landen möchte!

Verlängerter Lockdown

In der ersten Januarwoche wurden neue Vorschriften für den Lockdown erlassen. Er soll jetzt bis Ende Januar dauern, und es wird gemunkelt, eventuell geht es bis in den Februar hinein. Schulen und Kitas bleiben größtenteils geschlossen, nicht systemrelevante Einzelhändler (verkaufen keine Lebensmittel oder Dinge des täglichen Bedarfs) und die Gastronomie bleiben zu. Künstler können nur noch online arbeiten und verdienen kaum noch etwas. Ob Veranstaltungen zu und nach Ostern (Anfang April) geplant sind und tatsächlich durchgeführt werden, das steht noch in den Sternen. Wer wird überleben können? Mein Herz ist bei allen Musikern und anderen Künstlern, auch wenn ich selbst nicht mehr spielen kann. So ganz nebenbei: Meine Vermutung ist, dass die Quälerei bis Ende Februar gehen wird, da so viele Menschen es einfach nicht kapieren und sich mit ihrem Leerdenken noch richtig toll vorkommen. Aber ich kann es ertragen, schließlich fallen keine Bomben, wir haben Nahrung, Strom, Gas und vor allem Wasser, und wir können raus ins Grüne. Wenn es nur nicht so kalt wäre…

Niemals aufgeben – weiter!

Natürlich darf man die Vergangenheit nicht aus den Augen lassen. Sie erlaubt uns, daraus zu lernen. Aber die Vergangenheit ist schon gelebt. Das Morgen liegt noch vor uns. Und das Übermorgen, das Überübermorgen, die nächste Woche, der nächste Monat, das nächste Jahr und und und… Man kann noch so viel schaffen, wenn man nicht nur mit der Situation hadert, sondern weiter denkt. Was mache ich am besten aus der Situation, wo will ich hin und mit welchen der jetzt beschränkten Mittel kann ich das erreichen? Wie organisiere ich meinen Tag? Diese Fragen sollte sich jeder stellen.

Don´t stop me now!

https://www.youtube.com/watch?v=HgzGwKwLmgM


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